20.04.2018

Zusätzliches Kita-Jahr beeinflusst Persönlichkeit

DIW-BildungsökonomInnen untersuchen längerfristige Effekte eines frühen Kita-Besuchs: Jugendliche, die ein Jahr eher einen Kita-Platz bekamen, sind durchsetzungsfähiger und gewissenhafter. Kita-Ausbau sollte noch mehr forciert werden, um Zugang für alle zu gewährleisten.

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Gehen Kinder ein Jahr früher in eine Kindertageseinrichtung (Kita) als andere, sind sie im Alter von etwa 15 Jahren kommunikativer, durchsetzungsfähiger und gewissenhafter. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor, die als eine der ersten für Deutschland die längerfristigen Auswirkungen eines frühen Kita-Eintritts auf die Persönlichkeitseigenschaften im Jugendalter untersucht. Dafür haben die DIW-BildungsökonomInnen Maximilian Bach, Josefine Koebe und Frauke Peter Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zu mehr als 4.500 NeuntklässlerInnen analysiert, die entweder ab 1997 oder 1998 eine Kita besuchten.  

„Ein zusätzliches Kita-Jahr wirkt sich deutlich auf Persönlichkeitseigenschaften aus, die auch für den späteren Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg entscheidend sind“, sagt Studienautorin Frauke Peter. „Das unterstreicht, wie wichtig es ist, grundsätzlich allen Kindern und ihren Eltern Zugang zu früher Kinderbetreuung zu gewähren.“ 

Betreuungsangebote in der Innovationsregion Ulm

Seit die Politik im Jahr 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem zweiten Lebensjahr eingeführt hat, sind die Betreuungskapazitäten für Kinder unter drei Jahren noch stärker in den Fokus gerückt. 

In der Innovationsregion Ulm gibt es zahlreiche Betreuungsangebote. Sie reichen von kommunal oder kirchlich geführten Kinderkrippen, Kindergärten und –tagesstätten bis hin zu privaten Einrichtungen wie den Montessori-Kinderhäusern. Einen Überblick über das Angebot in den Städten Ulm und Neu-Ulm, sowie den Landkreisen Alb-Donau und Neu-Ulm gibt es im Bereich Bildung auf der Homepage.

Hier finden sich auch clevere Alternativen für die Kinderbetreuung. Zum Beispiel im Modellprojekt „Bildungshaus 3 – 10“: Kinder aus Kindergarten und Grundschule lernen und spielen gemeinsam. Mädchen und Jungen schon im Vorschulalter für das Experimentieren und Forschen begeistern: Das ermöglicht die Initiative „Haus der kleinen Forscher“. Über 600 geschulte Erzieherinnen in der Region machen Naturwissenschaft und Technik erlebbar.

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